Lexikon

Gesetzliche Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung hat den Auftrag, Arbeits- und Schulunfälle sowie Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten und nach Eintritt eines Versicherungsfalls den Verletzten, seine Angehörigen oder Hinterbliebenen in Form von Renten oder Verletztengeld zu entschädigen. Die „Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung“, wie sie seit ihrer Neuorganisation im Jahr 2007 heißt, wird durch den ebenfalls neu gegründeten Spitzenverband „Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung“ (DGUV) – vormals „Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften“ und „Bundesverband der Unfallkassen“ – repräsentiert. Mitglieder sind:

  • die neun gewerblichen Berufsgenossenschaften,
  • die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand:
    • 19 Unfallkassen und Gemeindeunfallversicherungsverbände,
    • vier Feuerwehr-Unfallkassen,
    • die Eisenbahn-Unfallkasse,
    • die Unfallkasse Post und Telekom und
    • die Unfallkasse des Bundes.

Der Verband vertritt die gesetzliche Unfallversicherung gegenüber Politik, Bundes-, Landes-, europäischen und sonstigen nationalen und internationalen Institutionen sowie Sozialpartnern (Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden).

Die Berufsgenossenschaften leisten finanzielle Unterstützung, medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation im Falle von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten oder bei Unfällen auf dem Weg zur Arbeit und von der Arbeit nach Hause (Wegeunfälle). Doch sie zahlen nur, wenn im beruflichen Bereich ein Unfall passiert. Finanziert werden die Berufsgenossenschaften durch eine branchenbezogene Unfallumlage der Arbeitgeber. Diese wird nach Gefahrklassen für die Arbeiten in den Betrieben bemessen. Für die Arbeitnehmer ist sie also kostenlos. Risiken, die man in der Freizeit eingeht, decken die Berufsgenossenschaften nicht ab. Doch die Gefahr, durch einen schweren Unfall teilweise oder ganz invalide zu werden, besteht gerade häufig in der Freizeit (Sport, Verkehrsunfall). Für solche Bereiche bietet sich daher eine private Unfallversicherung an.

Schüler sind auf dem (direkten) Weg zur und von der Schule durch die Unfallversicherung der öffentlichen Hand beitragsfrei abgesichert. Finanziert wird dieser Zweig der Unfallversicherung aus Steuermitteln.

Zusätzliche Informationen

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Zeitgenerator: Auf den Spuren der sozialen und privaten Absicherung

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