Die gesetzliche Rentenversicherung hatte sich Anfang der 80er-Jahre 70 Prozent des Nettoeinkommens (nach 45 Arbeitsjahren) als Sicherungsziel gesetzt. Damit sollte ein „altersgemäßer Lebensstandard“ ermöglicht werden. Vor allem durch den demografischen Wandel wird die Finanzierung der gesetzlichen Rente jedoch zum Problem: Immer weniger Jüngere müssen die laufenden Renten der Älteren zahlen.
Wenn die Beiträge nicht immer weiter steigen sollen, muss das Rentenniveau weiter sinken. Mit den Rentenreformen der vergangenen Jahre wurden bereits tief greifende Einschnitte in die gesetzliche Rentenversicherung auf den Weg gebracht. Ziel ist es, das durchschnittliche Bruttorentenniveau von zurzeit 48 Prozent bis zum Jahr 2030 auf unter 40 Prozent zu senken. Nach heutigem Wert würde der so genannte Standardrentner dann statt rund 1.236 Euro nur noch etwa 1.030 Euro Altersrente nach heutigem Wert ohne Berücksichtigung der künftigen Rentenanpassungen erhalten.
All diese Vorausberechnungen gelten für Durchschnittsverdiener, die 45 Jahre lang Beiträge in die Rentenkasse gezahlt haben. Doch 45 Berufsjahre erreichen heute nur wenige Menschen: Männer, die im Jahr 2010 erstmals Rente in den alten Bundesländern bezogen, hatten im Durchschnitt rund 40 Versicherungsjahre (in den neuen Bundesländern 43,3 Jahre), Frauen rund 30 Jahre (in den neuen Bundesländern 42 Jahre) zurückgelegt.
Quelle: Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg.): Rentenversicherung in Zeitreihen Oktober 2011, S. 112/113
Die meisten jüngeren Arbeitnehmer werden – zum Beispiel durch eine längere Ausbildung, Zeiten von Aushilfstätigkeiten, Teilzeitarbeit, Selbstständigkeit oder Arbeitslosigkeit – eine weitaus geringere Lebensarbeitszeit erreichen und noch weniger Rente bekommen. Das weiter sinkende Sicherungsniveau erfordert verstärkte betriebliche und private Altersvorsorge, damit sich der Lebensstandard im Alter nicht allzu sehr verschlechtert.
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