© Heiko Sakurai(Anklicken zum Vergrößern)
Deutsche überschätzen ihre Rente
Ein Großteil der Deutschen macht sich kein realistisches Bild über die eigene finanzielle Situation im Alter. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach. „Rund zwei Drittel des früheren Nettolohns als Rente? Das reicht doch!“ sagen viele und berücksichtigen dabei nicht, dass diese Rechnung höchstens für einen so genannten Standard-Rentner aufgeht. Die Statistiker gehen dabei von einem Durchschnittsverdiener aus, der 45 Jahre lang Vollzeit gearbeitet hat. Solche Standard-Rentner gibt es aber nur noch selten, denn die Ausbildungszeiten sind länger geworden, und immer mehr Menschen arbeiten als Aushilfen oder in Teilzeit, machen sich selbstständig oder müssen Zeiten von Arbeitslosigkeit überbrücken.
Versorgungslücke wächst
Traurig, aber wahr: Kaum noch ein Deutscher wird künftig zwei Drittel des Durchschnittsverdienstes als gesetzliche Rente bekommen. Die Mehrzahl der Menschen muss im Alter mit einer Versorgungslücke rechnen – das ist die Differenz zwischen dem finanziellem Bedarf im Ruhestand und dem Einkommen, das im Rentenalter tatsächlich zur Verfügung steht. Bei Berufstätigen, deren Verdienst oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze (5.200 Euro im Westen oder 4.400 Euro im Osten) liegt, vergrößert sich die Versorgungslücke entsprechend. Hinzu kommt der Anstieg der Lebenshaltungskosten (Inflationsrate). Wer also seinen Lebensstandard im Alter halten will, muss zusätzlich aus eigener Tasche vorsorgen und eine private und/oder betriebliche Alterversorgung aufbauen. Bei der Vorausberechnung der Einkommenssituation im Rentenalter helfen Versicherungs- und Anlageberater, außerdem gibt es Berechnungshilfen im Internet, unter anderem den Rentenrechner des Informationszentrums der deutschen Versicherer unter www.eigenvorsorge-report.de.





