Berufseinstieg


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Schuljahr im Ausland

Ein Schuljahr im Ausland ist eine einmalige Gelegenheit für alle Jugendlichen, die schon während ihrer Schulzeit Auslandserfahrungen sammeln wollen. Die Vorteile eines Schüleraustausches liegen auf der Hand: Das Erlernen der Sprache geht schnell und ist – im Vergleich zum Sprachunterricht in der Schule – mit viel weniger pauken von Vokabeln und Grammatik verbunden.

Aber das ist nicht alles: Wer ein Jahr im Ausland verbringt, erfährt viel über andere Lebens- und Denkweisen und andere Wertesysteme, entwickelt Verständnis für andere Kulturen und die Fähigkeit, sich in einer fremden Umgebung selbstbewusst zu bewegen – lauter Dinge, die junge Leute für die Zukunft sehr gut brauchen können.

Es gibt viele Organisationen, die dir bei der Planung deines persönlichen Austauschjahrs helfen. Im Rahmen von so genannten Programmpaketen regeln sie alles: die An- und Abreise, die Unterbringung in einer geeigneten Gastfamilie, die Anmeldung an der Schule, die Betreuung in den Gastländern und vieles mehr.

Als Auszubildender ins Ausland

Bereits während der Ausbildung gibt es Möglichkeiten, Auslandserfahrungen zu sammeln. Europaweit agierende Unternehmen bieten in ihren Ausbildungsprogrammen oft Auslandsaufenthalte für Auszubildende an. Während dieser Zeit kann man nicht nur seine Fremdsprachenkenntnisse verbessern, sondern oft auch einen internationalen Abschluss erwerben.

Die Europäische Union unterstützt die berufliche Bildung unter anderem mit dem EU-Förderprogramm Leonardo da Vinci, welches unter anderem die Ausbildung, Weiterbildung und Mobilität von Auszubildenden auf dem europäischen Arbeitsmarkt fördert. Der Auslandsaufenthalt wird als Bestandteil der deutschen Ausbildung anerkannt. Die in dieser Zeit gesammelten beruflichen Erfahrungen werden im „europass Mobilität" dokumentiert. In diesem Dokument kann man Lernaufenthalte im europäischen Ausland offiziell beglaubigen und dokumentieren. Er ist in der gesamten EU gültig und macht sich auch gut in Bewerbungsmappen.

Wer während der Ausbildung ins Ausland möchte, sollte sich zuerst an seinen Betrieb oder den Berufsschullehrer wenden. Er stellt den Antrag zur Förderung des Austauschprojekts und garantiert, dass die Leistungen, die du im Ausland erbracht hast, auch in Deutschland angerechnet werden.

Auslandsstudium

Während des Studiums ins Ausland zu gehen, ist für viele junge Menschen das Highlight der Unizeit - und eine Investition in die berufliche Zukunft. Hervorragende Sprachkenntnisse, ein abgeschlossenes Auslandssemester oder sogar ein doppelter Abschluss sind Möglichkeiten, um bei Bewerbungen zusätzlich zu punkten.

Wichtig ist eine gute Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt, Diese sollte mindestens ein Jahr im Voraus beginnen. Zu den wichtigsten zu klärenden Fragen zählen die Auswahl des Gastlandes und der Hochschule sowie deren Zugangskriterien. Vor allem sollte man sich schon vor der Abreise vergewissern, dass die im Ausland erbrachten Leistungen an der Uni in Deutschland angerechnet werden und dass die Finanzierung rechtzeitig steht. Die meisten Studenten finanzieren ihr Studium über EU-Förderprogramme, Auslands-BAföG, Stipendien, Unterstützungszahlungen der Eltern und/oder jobben. 

Arbeiten im Ausland

EU-Bürger können in jedem anderen EU-Land eine Beschäftigung aufnehmen und haben die Gewissheit, dass sie mit den dortigen Staatsangehörigen gleichgestellt sind.

In Deutschland gibt es mehrere Informations- und Beratungsstellen für Arbeitnehmer, die europaweit einen Job suchen. Eine gute Anlaufstelle ist EURES, das europäische Portal zur beruflichen Mobilität. Deutschlandweit gibt es EURES-Berater, die Jobsuchende bei Bewerbungen im europäischen Ausland unterstützen. Die Bundesagentur für Arbeit erteilt ebenfalls Auskünfte, unter anderem zur Anerkennung von Schul-, Ausbildungs- und Universitätsabschlüssen im Ausland.

Der Council of Europe erteilt Auskünfte zur Beschäftigung bei europäischen Organisationen. Außerdem gibt es auf der Homepage der Europäischen Kommission Europa für Sie zahlreiche Informationen zu den Themen Beschäftigung, Sozialversicherung, Formalitäten in den europäischen Ländern.

Schon gewusst?

Mehrere Abkommen sorgen dafür, dass den EU-Bürgern bei der Beschäftigung in einem anderen Mitgliedstaat keine sozialrechtlichen Nachteile entstehen. Wenn zum Beispiel ein Arbeitnehmer aus Ungarn 20 Jahre in Deutschland und 15 Jahre in seiner Heimat sozialversicherungspflichtig beschäftigt war, erfüllt er damit die Voraussetzungen für eine „Altersrente für langjährig Versicherte“ (35 Jahre Versicherungszeit). Im Gegenzug werden auch die in Deutschland erworbenen Versicherungszeiten bei einem Rentenantrag in den anderen EU-Staaten voll anerkannt. 

Au-pair  

Der Begriff „Au-pair“ kommt aus dem Französischen und bedeutet „auf Gegenseitigkeit“, das heißt beide Seiten sollten aus dem Au-pair-Verhältnis einen Nutzen ziehen. Als Au-pair betreut man die Kinder seiner Gastfamilie und hilft bei der täglichen Hausarbeit mit, dafür stellt die Familie ein Zimmer zur Verfügung, sorgt für die Verpflegung und zahlt ein Taschengeld. Der Vorteil: Man lernt eine andere Sprache, erweitert den Horizont und sammelt Erfahrungen im Umgang mit Kindern.

Wer eine Au-pair-Stelle sucht, sollte zwischen 18 und 30 Jahren alt sein, mindestens sechs Monate Zeit haben und Erfahrung in der Kinderbetreuung nachweisen können. Grundkenntnisse der Landessprache sind mit Sicherheit wichtiger als ein Führerschein, aber auch der ist oft willkommen. Bei den Vermittlungsagenturen sollte man sich ausführlich über Art und Umfang der geforderten Tätigkeit sowie über die Risiken und Klippen des Au-pair-Alltags, über Arbeitsverträge, gesetzliche Formalitäten und über Sprachschulen informieren.

Praktika im Ausland

Praktika werden immer wichtiger – Arbeitsalltag schnuppern, Berufe kennenlernen, Kontakte knüpfen. Wer ein Praktikum im Ausland machen möchte, sollte aber wissen, dass nicht alle Länder den Begriff Praktikum kennen – und dort, wo es Praktikumsmöglichkeiten gibt, ist auch nicht immer das gleiche gemeint wie in Deutschland.

Reich wird man von einem Praktikum nicht, die Praktikumstellen sind häufig un- oder unterbezahlt. In einigen Ländern ist es gesetzlich vorgeschrieben, einen Mindestlohn für Praktikanten zu zahlen, daher sind Praktika dort während der Schulzeit fast unmöglich. In anderen Ländern versteht man unter dem Begriff Praktikum eher einen Sommerjob. Jobs und Praktika im Ausland sind also eher als Investition für die berufliche Zukunft zu betrachten - im Lebenslauf macht sich ein Auslandspraktikum immer gut.

Freiwilligendienste im Ausland 

Wer ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) macht, arbeitet in einer sozialen oder ökologisch tätigen Einrichtung und lernt dadurch soziale und ökologische Tätigkeitsfelder kennen. Teilnehmen können Jugendliche bis zum Alter von 27 Jahren, die Vollschulzeitpflicht erfüllt haben. Man bekommt ein Taschengeld und – je nach Einsatzstelle – Unterkunft und Verpflegung. Auch der Sozialversicherungsschutz ist in dieser Zeit gewährleistet.

Während des Einsatzes finden Seminare und eine pädagogische Betreuung statt. Das Freiwillige Jahr kann man auch im europäischen Ausland absolvieren. Bedingung ist, dass der Träger seinen Hauptsitz im Inland hat. Einen guten Einblick gibt die Broschüre „Zeit das richtige zu tun.“, die beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) bestellt oder kostenlos heruntergeladen werden kann: www.bmfsfj.de > „Service“ > „Publikationen“.

Das Aktionsprogramm Europäischer Freiwilligendienst (European Voluntary Service - EVS) ermöglicht es jungen Menschen zwischen 18 und 25 Jahren, in einem gemeinnützigen Projekt im europäischen Ausland für sechs bis zwölf Monate mitzuarbeiten. Während des Dienstes erhält man Taschengeld, freie Unterkunft und Verpflegung sowie einen Sprachkurs. Die Reisekosten werden erstattet.

Bei der Deutschen Agentur JUGEND sind Adressen von deutschen Trägern erhältlich, die Freiwilligendienste im Ausland anbieten: www.webforum-jugend.de.

Wer sich unabhängig von den obengenannten Programmen freiwillig engagieren möchte und dabei auch außereuropäische Länder im Blick hat, kann sich an verschiedene Freiwilligenorganisationen wenden. Sie vermitteln Einsätze von drei Wochen bis zu einem Jahr oder länger für Menschen ab 16 Jahren. Diverse Formen des Engagements stehen zur Auswahl:

  • Workcamps,
  • christliche Austauschprogramme,
  • Friedensdienste,
  • ökologische Freiwilligendienste,
  • medizinische Dienste und andere.

» Linktipps zu Praktika und Freiwilligendiensten

 
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