Individualversicherung


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Stärke durch Vielfalt

Kein Transport geht auf die Straße ohne Transportversicherung, kein Lagerhaus wird ohne Feuerversicherung in Betrieb genommen, kein Haus gebaut ohne Wohngebäudeversicherung. In Deutschlands Haushalten gibt es mehr als 457 Millionen Versicherungspolicen aller Art.

Viele Versicherer haben ihre Spezialgebiete, andere konkurrieren um die gleichen Risiken. Die Stärke liegt in der Vielfalt. Dabei wird bei jedem einzelnen Versicherten das persönliche Risiko berücksichtigt: Ein Motorradfahrer zahlt mehr in die Haftpflicht- oder Kaskoversicherung als ein Autofahrer, ein Stuntman hat für die Unfallversicherung eine höhere Prämie als eine Regieassistentin.

Auf die Wahrscheinlichkeit von Schadensfällen kommt es eben an. Da es wahrscheinlicher ist, dass ein Stuntman abstürzt, als dass etwas Ähnliches der Regieassistentin passiert, muss er auch mehr zahlen.

Eine Eins mit zwölf Nullen

Die Welt im 21. Jahrhundert ist ohne Versicherungen gar nicht denkbar, es gibt keinen Lebensbereich, der ohne sie auskäme. Ein Geldvermögen von mehr als einer Billion Euro, das ist eine Eins mit zwölf Nullen, wird von den Versicherungsunternehmen in Deutschland verwaltet. Diese Unternehmen haben vor allem drei Aufgaben:
  • Erstens: das Risiko berechnen. Nur wer ein Risiko genau kennt, kann seine Kunden richtig versichern.
  • Zweitens: entstandene Schäden ersetzen – durch Zahlung einer bestimmten Versicherungssumme.
  • Drittens: Schäden verhüten – durch Sicherheitsmaßnahmen aller Art. Dabei trägt die Unfallforschung der Versicherer erheblich zur Schadensverhütung bei.

Das Risiko berechnen

Wie lässt sich ein Risiko berechnen, wenn niemand einen Unfall voraussagen kann, eine Krankheit oder ein Unwetter? Schon vor vielen hundert Jahren fand man darauf eine Antwort, und zwar beim Würfelspiel. Es war die Geburtsstunde einer neuen Wissenschaft, der Wahrscheinlichkeitsrechnung, und ihr Grundgedanke ist das Gesetz der großen Zahl.

Das Gesetz der großen Zahl besagt, dass jede Zahl gleich häufig vorkommt, wenn man oft genug würfelt. Würfelt man einmal, ist eine präzise Voraussage unmöglich. Würfelt man dagegen tausendmal, kommen alle Zahlen von eins bis sechs etwa gleich oft vor. Je häufiger also gewürfelt wird oder anders gesagt: Je mehr Informationen man bekommt, desto genauer die Vorhersage. Hat ein Versicherungsmathematiker genug Daten, weiß er recht genau, wie oft ein bestimmter Versicherungsfall eintritt, wie hoch die Schäden sind und wie viel demnach die Versicherung kosten muss.

Die Wahrscheinlichkeitsrechnung versagt nur bei den Fällen, die so ungewöhnlich oder so unwahrscheinlich sind, dass es keinen Vergleich dafür gibt.

Kleine und große Alltagskatastrophen

Popstars und andere Prominente reden nicht gern darüber, aber viele von ihnen lassen sich ihre wichtigsten Körperteile teuer versichern: Gitarristen ihre Finger oder Fußballer ihre Beine.

Kaum zu kalkulieren und darum schwer zu versichern sind große Naturkatastrophen. Die Wirbelstürme, die seit Jahrzehnten die Küsten von Atlantik und Pazifik heimsuchen, werden immer heftiger. Aber auch in Europa wächst die Gefahr von Unwettern und Überschwemmungen mit verheerenden Folgen.

Die Risikogemeinschaft

Zu allen Zeiten wollten die Menschen in Sicherheit leben. Im Mittelalter zogen sie sich auf hohe Burgen und hinter dicke Mauern zurück. Wer auf Reisen ging, begab sich in Gefahr. Kaufleute zum Beispiel schlossen sich aus Furcht vor Unwettern und Überfällen zu Schutzgemeinschaften zusammen. Kaufleute gaben anderen Personen Geld, um von ihnen eine Versicherung für ihr Eigentum zu bekommen. Dadurch bedeutete der Verlust einer Ware oder der Untergang eines Schiffes nicht den Ruin eines einzelnen, denn der Schaden wurde von vielen leichter getragen als von einigen wenigen.

Zweck einer Versicherung ist es also, das Risiko zu verteilen – vom Einzelnen auf die Gemeinschaft der Versicherten. Einer für alle, alle für einen, lautet das Motto dieser Gemeinschaft.

Großrisiken werden auf mehrere Versicherungen aufgeteilt, sie teilen sich den Schadensausgleich. Risikoausgleich durch Risikostreuung heißt das in der Branche.

Aber auch Versicherungen können sich versichern, wenn die Risiken so hoch sind, dass einzelne Versicherungsunternehmen sie allein nicht übernehmen können – und zwar bei so genannten Rückversicherungsunternehmen.

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Zusätzliche Informationen

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Wissenswertes

Lexikon: Haftpflichtversicherung
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Special: Was gibt dir Sicherheit?

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