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Special Altersvorsorge – 2010
Wie wollen wir im Alter leben?

© Radu Razvan/Fotolia
Verbesserte Arbeitsbedingungen und medizinische Versorgung sowie ein insgesamt höherer Lebensstandard haben dazu geführt, dass die Lebenserwartung der Menschen in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen ist. Die heutige Generation der älteren Menschen fühlt sich immer jünger. Die Grenze zum Alt sein hat sich nach oben verschoben. Gleichzeitig besteht aber auch Unsicherheit über die finanzielle Absicherung im Alter. Wie, wo und wovon wollen wir im Alter leben?
„Wenn ich einmal alt bin ...“
„Ein Haus, in dem ich mit meinen Enkeln, meinen Kindern und meinem Mann zusammen lebe – im Grunde so, wie es früher auch üblich war, mit dem Unterschied, dass ich finanziell unabhängig bin“, so stellt sich Jana das Leben im Alter vor. Ben sieht es anders: „Ich denke, ich werde im Alter – genauso wie heute – in einer WG leben. Ein Haus werde ich mir vielleicht nie leisten können, und dass meine Kinder genau dort einen Job bekommen werden, wo ich im Alter lebe, ist wohl eher unwahrscheinlich. Meine Altersgenossen und ich werden uns gegenseitig mit dem helfen, was wir noch können. Vielleicht werde ich mit 60 Jahren noch einmal etwas ganz anderes lernen oder studieren, oder ich mache mal wieder ein Praktikum – wer weiß.“ Jana und Ben haben eines gemeinsam: Das Alter ist für sie in weiter Ferne. Wie viele andere Jugendliche sehen sie im Altwerden und Alt sein heute eher etwas Positives. Das ist auch das Ergebnis der letzten Shell Jugendstudie, in der es um das Schwerpunktthema „Jung und Alt“ ging. Jugendliche verbinden das Alt sein heute auch mit Fitness, Aktivität und Offenheit für Neues. Schließlich erleben sie das jetzt schon bei ihren Großeltern.
Auskommen im Alter
Mit dem Alt sein wurde lange Zeit vor allem negative Vorstellungen verbunden. Zum „alten Eisen“ zu gehören, ins Altenheim abgeschoben zu werden, arm, einsam, krank und gebrechlich das Rentnerdasein verbringen zu müssen – das trifft in Deutschland nur auf eine Minderheit der älteren Menschen zu. Die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland unterstützen die Bürgerinnen und Bürger bei Krankheit, einem Unfall, Pflegebedürftigkeit, Arbeitslosigkeit oder im Alter.

© Gabriele Jasmin/Fotolia
Nach Angaben des letzten Alterssicherungsberichts des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales aus dem Jahr 2008 ist für Menschen ab 65 Jahren in Deutschland die gesetzliche Rentenversicherung die wichtigste Einkommensquelle. 65 Prozent der über 65-Jährigen bekommen eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung; 19 Prozent bekommen andere Alterssicherungsleistungen wie eine betriebliche Rente. 10 Prozent haben ein Einkommen aus der privaten Altersvorsorge, zum Beispiel durch eine Lebensversicherung. 5 Prozent haben andere Einkommen, weil sie beispielsweise ein Haus vermieten. Nur ein Prozent der über 65-Jährigen bezieht so genannte Transferleistungen, wie Mietzuschüsse, da ihre Rente nicht ausreicht.
Die Höhe der gesetzlichen Rente im Alter wird vor allem dadurch bestimmt, wie lange man gearbeitet und wie viel man verdient hat. In den alten Bundesländern hat der Großteil der Ehepaare, die 65 Jahre oder älter sind, ein monatliches Nettoeinkommen zwischen 1.500 Euro und unter 3.000 Euro – 57 Prozent in den alten Bundesländern, 77 Prozent in den neuen. Nettoeinkommen über 3.000 Euro pro Monat sind in den neuen Bundesländern bei etwa 5 Prozent der Ehepaare zu verzeichnen, in den alten Bundesländern bei 19 Prozent. Niedrige Einkommen zwischen 750 Euro bis unter 1.500 Euro sind eher in den alten Bundesländern, eher bei Alleinstehenden als bei Ehepaaren und eher bei alleinstehenden Frauen als bei alleinstehenden Männern nachweisbar.
Welche Faktoren dazu beitragen, dass sich das Leben im Alter in Zukunft verändern wird, erfährst du auf der nächsten Seite.







